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Verhaltenstipps für den Ernstfall

Seien Sie vorbereitet
Eine Bedrohungssituation entsteht oft plötzlich. Schon vorher eine solche Situation durchzuspielen, kann durchaus hilfreich sein. Versetzen Sie sich in die Rolle des Opfers oder eines Zeugen, wenn ein Mensch belästigt, bedroht oder gar angegriffen wird. Überlegen Sie, was Sie in einer solchen Situation fühlen würden. Stellen Sie sich Ihre verschiedenen Handlungsmöglichkeiten vor: Im Ernstfall kann alles sehr schnell gehen.

Bleiben Sie ruhig
Konzentrieren Sie sich darauf, das zu tun, was notwendig ist. Vermeiden Sie provokantes Auftreten und hastige Bewegungen, um einen Angreifer nicht zusätzlich herauszufordern.

Reagieren Sie aktiv
Zeigen Sie, dass es Ihnen nicht gleichgültig ist, was passiert. Reagieren Sie sofort. Warten Sie nicht, dass Andere helfen. Jede Handlung verändert die Situation und kann Andere dazu bringen, ebenfalls einzugreifen. Nehmen Sie Blickkontakt zum Opfer auf, das vermindert die Angst. Sprechen Sie das Opfer direkt an: „Ich helfe Ihnen!“.

Begeben Sie sich nicht in Gefahr
Spielen Sie nicht den Helden. Drohen Sie dem Angreifer nicht und werten Sie ihn nicht persönlich ab. Versuchen Sie, mit dem Angreifer ein Gespräch aufzunehmen, es könnte die Situation entspannen. Verhalten Sie sich nicht unterwürfig – das würde den Täter stärken. Bringen Sie das mögliche Opfer sofort aus dem Sichtfeld des Angreifers und in Sicherheit.

Machen Sie Andere aufmerksam
Versuchen Sie, möglichst viele Menschen auf die Situation aufmerksam zu machen. Schreien Sie laut, am besten „Hilfe - Feuer!“, darauf reagiert jeder. In Straßenbahnen und U-Bahnen: Ziehen Sie die Notbremse. In Bussen: Alarmieren Sie den Fahrer oder die Mitfahrenden. Gewalttäter scheuen die Öffentlichkeit und die Gefahr, wieder erkannt zu werden.

Aktivieren Sie Andere zur Hilfe
Rufen Sie einzelne Personen direkt zur Hilfeleistung auf, statt die Allgemeinheit anzusprechen. Viele sind bereit zu helfen, wenn ein erster Schritt getan ist und sie persönlich angesprochen werden. „Hallo, Sie mit der blauen Jacke ...“

Rufen Sie die Polizei –Telefon 110
Falls ein direktes Eingreifen zu gefährlich ist, alarmieren Sie umgehend die Polizei. Auch bei Handys ist die Rufnummer 110 kostenlos. Beobachten Sie genau und merken Sie sich das Aussehen, Kleidung und Fluchtweg der Täter.
Melden Sie sich als Zeuge.